Unser Pflegekonzept

Was bedeutet für uns „pflegen“?
Pflege ist eine soziale Dienstleistung von Menschen für Menschen. Unser Ziel ist es, die Ressourcen des pflegebedürftigen Menschen und seiner Bezugsperson/ Pflegeperson aufrechtzuerhalten und zu fördern und damit Eigenständigkeit und Wohlbefinden zu ermöglichen.(Ressourcen: Kräfte, Fähigkeiten und Möglichkeiten die einem Menschen zur Verfügung stehen, um seine Gesundheit zu erhalten und/oder seine Einschränkung zu bewältigen.

Unsere Unterstützung ist ergänzend und vor allem als Hilfe zur Selbsthilfe zu verstehen. Gemeinsam mit der pflegebedürftigen Person und ggf. der Bezugsperson/ Pflegeperson planen und gestalten wir die individuelle pflegerische Unterstützung und beraten bei nötigen Entscheidungen. Zu einer kompetenten Pflege gehört für uns ein partnerschaftlicher Umgang mit dem pflegebedürftigen Menschen, seinen Bezugspersonen sowie mit anderen Berufsgruppen und Geschäftspartnern.

Unser Pflegemodell

Wir als ASB Sozialstation Ludwigshafen haben uns dazu entschieden, das Bedürfnismodell nach Monika Krohwinkel als Basis für unsere pflegerische Unterstützung und Zusammenarbeit mit pflegebedürftigen Menschen und ihren Pflegepersonen zu verwenden. Dieses Modell ordnet den so genannten existenzfördernden und existenzgefährdenden Faktoren wie der Auseinandersetzung mit dem Tod oder dem Verlust einer Bezugsperson einen besonderen Einfluss auf alle Aktivitäten eines Menschen zu. Da in der ambulanten Pflege überwiegend ältere Menschen betreut werden, bietet sich dieses Modell an.

Das AEDL-Modell nach Monika Krohwinkel
Im Vordergrund des Modells stehen die Bedürfnisse des Menschen und deren Erfüllung. Ist eine Person nicht mehr in der Lage, diese Bedürfnisse alleine zu befriedigen, benötigt sie Pflege. Die Unterstützung sowie sie dieses Modell versteht, orientiert sich an den 13 Aktivitäten und existentiellen Erfahrungen des Lebens (AEDLs).
Durch die Betrachtung der 13 AEDLs ist eine Darstellung der Ressourcen der pflegebedürftigen Person möglich (z.B. im Umgang mit ihren Einschränkungen). Außerdem wird deutlich, in welchen Bereichen eine Hilfestellung notwendig ist und welcher pflegerische Unterstützungsbedarf sich daraus ergeben kann.
Die Bedürfnisse und Fähigkeiten einer Person setzen sich in diesem Modell aus folgenden 13 Bereichen zusammen:

kommunizieren
sich bewegen
vitale Funktionen aufrecht erhalten
sich pflegen
essen und trinken
ausscheiden
sich kleiden
ruhen und schlafen
sich beschäftigen
sich als Mann/Frau fühlen
für eine sichere Umgebung sorgen
soziale Bereiche des Lebens sichern
mit existentiellen Erfahrungen umgehen.

Bei der Umsetzung des AEDL- Modells gilt für uns, dass der Mensch eine Einheit aus physischen, emotionalen, kulturellen uns sozialen Bedürfnissen und Fähigkeiten ist, die miteinander in Kontakt stehen, sich gegenseitig beeinflussen und damit kontinuierlichen Veränderungen unterliegen. Dabei spielen existenzgefährdende Erfahrungen wie Abhängigkeit, und Angst aber auch existenzfördernde Erfahrungen wie Unabhängigkeit, Freude und Vertrauen eine große Rolle. Pflege unterliegt somit einem ständigen Wandlungsprozess.
Das AEDL-Modell dient als „roter Faden“ bei der Einschätzung des Pflegebedarfs, der Zielsetzung der Unterstützung, der Pflegeplanung sowie der daraus resultierenden Maßnahmen.
Um dieses Modell umzusetzen bedarf es eines, an den Bedürfnissen des Menschen orientierten, Pflegeprozesses.

Unser Pflegeprozess

Der Pflegeprozess nach Monika Krohwinkel

Der Pflegeprozess

Der Pflegeprozess ist eine Methode zur systematischen Feststellung des Unterstützungsbedarfs einer Person sowie der Planung, Durchführung und Bewertung der Tätigkeiten auf ihre Angemessenheit. Bei diesem Modell wird davon ausgegangen, dass die Pflege eines Menschen ein dynamischer Prozess ist, der aus mehreren Phasen besteht, die sich wiederum gegenseitig beeinflussen. Ziel dieses Modells ist eine Kontinuität in der pflegerischen Leistung zu erreichen, die PflegekundInnen und ihre Bezugspersonen in den Prozess mit einzubeziehen und die Qualität der Versorgung zu sichern.Der Regelkreis
Phase 1: Informationssammlung
In diesem Schritt wird sich ein umfassendes Bild über den/die PflegekundIn und seine/ihre Situation verschafft. Zu jeder der 13 Aktivitäten und existentiellen Erfahrungen des täglichen Lebens werden Informationen gesammelt. Dabei werden ggf. auch Gespräche mit Bezugspersonen, Ärzten etc. geführt.
Phase 2: Erkennen von Problemen und Ressourcen
In dieser Phase wird festgestellt, welche Fähigkeiten und welche Defizite der/die PflegekundIn im Bezug auf die 13 AEDLs hat.
Phase 3: Festlegen der Pflegeziele
In dieser Phase erfolgt die Festlegung der Pflegeziele, die erreicht werden sollen. Die Ziele sollen realistisch, erreichbar und messbar sein und möglichst mit dem zu pflegenden Menschen gemeinsam festgelegt werden.
Phase 4: Planung d. Maßnahmen
Durch die Festlegung von Maßnahmen soll die Erreichung der zuvor aufgestellten Pflegeziele gelingen. Die Maßnahmen werden mit der zu pflegenden Person besprochen und sind für das ganze Team verbindlich.
Phase 5: Durchführung d. Pflege
Bei dieser Phase handelt es sich um die Durchführung der vorher geplanten Maßnahmen.
Phase 6: Beurteilung der Angemessenheit
Durch den kontinuierlichen Kontakt der MitarbeiterInnen mit den PflegekundInnen während der Ver-sorgung, wird eine andauernde Beurteilung der Angemessenheit der Pflege vorgenommen. In geplanten Abständen (bei Veränderungen und in festgelegten Intervallen) wird eine Ergebniskontrolle durchgeführt und diese dokumentiert. Bei Bedarf wird eine Anpassung der Planung vorgenommen.
Damit ist der Regelkreis geschlossen und kann von vorn beginnen.