Die Geschichte des ASB

Der Arbeiter-Samariter-Bund wurde 1888 von 6 Berliner Zimmerleuten ins Leben gerufen. Ausschlaggebend waren die damals für Arbeiter menschenunwürdigen und harten Lebens- und Arbeitsbedingungen. Bei den damals recht zahlreichen Unfällen in Betrieben und auf Arbeitsstellen standen selten sachkundige Rettungshelfer zur Verfügung.

 
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Der Arbeiter-Samariter-Bund wurde 1888 von 6 Berliner Zimmerleuten ins Leben gerufen. Ausschlaggebend waren die damals für Arbeiter menschenunwürdigen und harten Lebens- und Arbeitsbedingungen. Bei den damals recht zahlreichen Unfällen in Betrieben und auf Arbeitsstellen standen selten sachkundige Rettungshelfer zur Verfügung.

 
 

Zunächst ausschließlich mit dem Ziel, sich selbst und anderen in Notfällen helfen zu können, fanden sich damals in Berlin diese Arbeiter zur ersten Erste-Hilfe-Organisation zusammen. Hieraus entwickelte sich schnell in den folgenden Jahrzehnten der Arbeiter-Samariter-Bund. In den 20er Jahren kamen vor dem Hintergrund der Massenarbeitslosigkeit und Armut die Sozialen Dienste als Aufgabe des ASB hinzu. Des Weiteren engagierte sich der ASB in dieser Zeit das erste Mal im Ausland.

 

Zwar hat sich seitdem die Gesellschaft in einem beachtlichen sozialen Fortschritt gewandelt, dennoch gibt es eine Vielzahl von benachteiligten Gruppen, denen sich der ASB auch heute noch widmet. Neben seinen traditionellen Aufgaben (Erste Hilfe Ausbildung und Sanitätsdienst bei Ver-anstaltungen aller Art, Rettungsdienste und Katastrophenschutz) verfügt der ASB daher auch über eine Vielzahl sozialer Dienste und Einrichtungen für Alte, Schwache, Behinderte und Kranke.

Der ASB in Ludwigshafen

1911

Erste ASB Kolonne in Ludwigshafen
Nach der Gründung des Arbeiter-Samariter-Bundes am 27. Mai 1911 in Ludwigshafen wurde in kurzer Zeit eine Unfallwache eingerichtet und die ersten Kurse für die Bevölkerung durchgeführt.

Schnell wurde die Arbeit bei der Bevölkerung anerkannt und die Samariterinnen und Samariter immer mehr angefordert. Die Entwicklung wurde durch den Kriegsbeginn (1914) unterbrochen.

In den Kriegsjahren waren Samariterinnen und Samariter in Lazaretten und in der Kriegsfürsorge tätig. Im Jahre 1917 hatte die Kolonne Ludwigshafen 42 Mitglieder, die sich 14tägig zu Übungsabenden trafen.

1921

ASB hilft bei BASF Katastrophe
Die Arbeit der Kolonne wurde 1921 auf die Bewährungsprobe gestellt, als bei dem grauenhaften Explosionsunglück in der Badischen Anilin-&-Soda-Fabrik 4.500 Tonnen Ammoniumsulfat zur Explosion kamen, wodurch 420 Menschen ihr Leben ließen und über 1.000 schwer und leicht verletzt wurden.

Die Arbeiter-Samariter erhalten höchste Anerkennung für ihren aufopferungsvollen Einsatz. Die Presse schrieb: Die Rettungsaktion setzte sofort mit aller Macht ein, und ein Ruhmesblatt haben sich die Arbeiter-Samariter erworben, die in aufreibendster Arbeit halfen, die Toten und Verwundeten zu bergen.

1926

wurde bei der Kolonne Oppau-Edigheim der erste Krankenwagen eingesetzt.

1928

wurde im Ortsteil Friesenheim ein Vereinsheim mit Unfallmeldestelle und Unterrichtsräumen eingeweiht.

Die Samariterinnen und Samariter waren bei Sport- und Großveranstaltungen (01. Mai, Arbeitersportfesten, usw.) im Einsatz. Bis zum Jahre 1933 besaßen die Kolonne Stadt Ludwigshafen und die noch selbständigen Kolonnen Oppau-Edigheim, Mundenheim, Friesenheim und Oggersheim außer ihren Unfallrettungsstellen und den dazugehörigen Geräten fünf Krankenwagen.

1933

der ASB wird verboten
Die politische Machtverlagerung setzte den Arbeiten der Kolonne ein jähes Ende. Verhaftungen, Beschlagnahmungen und sonstige gewaltsame Maßnahmen unterbanden jegliche Tätigkeiten. Mit Verfügung des Reichsministeriums des Inneren vom 15. Juli 1933 in Verbindung mit der Verfügung des Chefs des Sanitärwesens der SA wurde das gesamte Vermögen beschlagnahmt und in das damalige Rote Kreuz bzw. die Sanitätstruppe der SA überführt.

Damit gingen erhebliche Werte, die oft unter unsäglichen Opfern durch die Mitglieder der Kolonne Ludwigshafen selbst aufgebracht waren, dem bisherigen Zweck verloren und wurden in das vom Dritten Reich vorbereiteten Rüstungsprogramm eingeschaltet.

Während der Verbotszeit durch das NS-Regime haben treue ehemalige Mitglieder den Samaritergeist bewahrt. So z. B. das Gründungsmitglied aus dem Jahr 1911, Katharina Ringle, die das alte ASB-Banner über die Verbotszeit und die Wirren des Zweiten Weltkriegs wie der Nachkriegszeit hinaus bewahrte und bei der Wiedergründung am 06. August 1949 der Kolonne Ludwigshafen wieder zur Verfügung stellen konnte.

1949

ASB Neugründung in Ludwigshafen
Im September 1949 wurden in den Stadtteilen Oppau, Oggersheim und Mundenheim die Kolonnen wieder gegründet.

Alte Mitglieder, unterstützt durch neu hinzugekommene, begannen sofort mit dem Wiederaufbau der Kolonne. Unter großen Schwierigkeiten und persönlichen Opfern mussten die notwendigen Geräte und Verbandsmaterialien beschafft werden. Der Aufstieg ging sichtbar vorwärts. So konnte im Mai 1950 der erste Krankenwagen der Nachkriegszeit in Dienst gestellt werden.

Am 19.08.1951 wurde in Kaiserslautern die erste Landesübung nach Wiedergründung durchgeführt.

Dieser Übung vorangegangen ist bereits eine Übung des ASB-Kreises Ludwigshafen, an der sich die Kolonnen Ludwigshafen-Stadt, Oppau-Edigheim, Mundenheim, Oggersheim, Friesenheim und Neuhofen beteiligten.

Durch immer neue Aufgaben und Anforderungen und intensive Zusammenarbeit der Mitglieder konnte 1954 der Grundstein zur Unfallrettungsstelle Heuweg gelegt werden.

Am 22. Juni 1958 war es dann soweit. Der ASB Ludwigshafen konnte seine neue Rettungswache einweihen.

Die Ludwigshafener standen nun am Ziel eines langen und beschwerlichen Weges. Die Tageszeitung schreibt: „Am Heuweg geht in diesen Tagen ein kleiner Bau seiner Vollendung entgegen, der wie kaum ein anderer in unserer Stadt die hohe Würdigung verdient, eine Präsentation der edelsten aller menschlichen Tugenden zu sein, der Hilfsbereitschaft und der Opferbereitschaft. Das Haus ist die Ruine des früheren Arbeiter-Schützenheimes und ist nun in den Besitz des ASB übergegangen. Fünf Jahre davor sind die ersten Pläne aufgetaucht, das Haus zur Unfall-Rettungswache auszubauen. Die 80 Mitglieder des Ludwigshafener ASB stehen vor einer schwierigen Aufgabe. Der Mangel an Geld wird durch Engagement der Mitglieder wettgemacht. Ludwigshafener Firmen stellen Baumaterial zur Verfügung. In den Abendstunden rücken die Mitglieder an, um in freiwilliger Arbeit den Bau zu erstellen. Im Haus befinden sich ein Lehrsaal, ein Wachlokal mit Dienstraum, Schlafraum und Gemeinschaftsküche. Auch wurden Garagen zur Unterstellung der Fahrzeuge gebaut.“

1963

hauptamtlicher Krankentransport
Durch die Indienststellung weiterer Krankentransportwagen 1963 wurde in Ludwigshafen der hauptamtliche Krankentransportbetrieb eröffnet. Erweitert durch die Ausrüstung der Einsatzfahrzeuge mit Sprechfunk war es möglich, die Fahrzeuge noch schneller an den Einsatzort heranzuführen.

Im gleichen Jahr wurde in Oppau-Edigheim eine neue Rettungsstelle eingerichtet. Dieses Haus wurde auch zum größten Teil in Selbsthilfe erstellt.

Als Dank und Anerkennung der geleisteten Arbeit der Samariterinnen und Samariter wurde vom Stadtrat einstimmig beschlossen, die anliegende Straße in Samariterstraße umzubenennen.

Zur besseren Koordinierung des Rettungsdienstes innerhalb des ASB in Ludwigshafen schlossen sich die Ortsverbände Ludwigshafen, Oppau-Edigheim und Oggersheim zu einer zentralen Leitstelle zusammen.

Durch die neue Leitstelle war der Rettungsdienst durch den Einsatz von weiteren hauptamtlichen Kräften in einem „Rund -um-die-Uhr-Dienst“ gewährleistet.

Zur gleichen Zeit begann man mit dem Aufbau eines Stützpunktes durch die Stationierung eines Rettungswagens bei der Feuerwehr Mannheim.

In diesen Jahren kamen auch die ersten Zivildienstleistenden zum ASB. Ihr Einsatz war erforderlich, um den steigenden Anforderungen im Rettungsdienst, Sozialdienst und Behindertenfahrdienst gerecht zu werden.

Um bei größeren Katastrophen noch gezielter helfen zu können, wurde dem ASB Ludwigshafen ein Sanitäts-Verbandsplatz-Zug mit Fahrzeugen und Materialien übergeben.